zurück zur Seite Bilder Odenwaldklub beim „Seligenstädter Geleit“ Das vor wenigen Wochen 1200 Jahre alt gewordene  Seligenstadt am Main war Ziel des jüngsten Ausfluges  des Rüsselsheimer Odenwaldklubs. Die kleinen Gassen  mit vielen schönen Fachwerkhäusern laden ebenso zum  Bummeln und Betrachten ein wie der Klostergarten.  Aber noch eine Besonderheit hatte die Stadt ihren  Besuchern an diesem Wochenende zu bieten, das alle  vier Jahre stattfindende „Seligenstädter Geleit“ mit dem  historischen Löffeltrunk.  Bereits im Mittelalter zogen Kaufmannzüge aus allen  Richtungen zur Frankfurter Messe und machten ihre  letzte Rast in Seligenstadt. Weil die „Pfeffersäcke“  unterwegs immer wieder von Raubrittern und anderem  Gesindel beraubt wurden stellte Staufenkaiser Friedrich  II. im Jahre 1240 die Kaufmannszüge unter kaiserlichen  Schutz. Von da an mussten die Landesherren für  bewaffnetes Geleit sorgen. In Seligenstadt übernahmen  die Frankfurter Geleitstruppen den Schutz von den  Kurmainzer Kollegen. Während es sich die Kaufleute in  den Gasthäusern gut gehen ließen hatte das Kloster die  Geleitstruppen und  kurfürstlichen Beamte zu  verköstigen. Im Laufe der Jahre entwickelten die  Kaufleute den Brauch dass Neuankömmlinge einen ein  Liter fassendenden Löffel in einem Zug leertrinken  mussten. Wer das nicht schaffte musste die „Companie“  freihalten. Daran wird alle vier Jahre erinnert wenn nach  dem historischen Geleitszug drei Kandidaten auf dem  Marktplatz den Löffel trinken.   Natürlich wurde bei dem Ausflug auch gewandert.  Nämlich nach Überquerung des „Weißwurst-Äquators“  im Main zehn Kilometer durch Bayern.   19.07.2015