zurück zur Seite Bilder Odenwaldklub erkundet die Unterwelt Ausgestattet mit „kleidsamen“ Häubchen und Helmen begaben sich am Sonntag, den 25. Oktober Mitglieder und Gäste des Rüsselsheimer Odenwaldklubs in das Kellerlabyrinth 1 um Teile der Unterwelt von Oppenheim zu erkunden. Von Gästeführer Herrn Schaub erfuhren wir dabei wie die Oppenheimer auf die Idee kamen rund 40 Kilometer ihrer Stadt zu unterkellern. Im Jahre 1008 erhielten sie Marktrechte und 1226 wurde Oppenheim zur Freien Reichsstadt erklärt. In der Stadt kreuzte sich der Rheinhandelsweg in alle wichtige Richtung. Als Inhaber des „Stapelrechts“ konnte die Stadt alle vorbeikommenden Kaufleute verpflichten ihre Waren zu stapeln und damit zum Kauf anzubieten. Aber der Platz für die Lagerung war knapp und deshalb begannen sie mit Hilfe sächsischer Bergleuten tiefere Keller zu schaffen. Dabei kam ihnen der Lössboden zu Gute. Diese eiszeitliche Ablagerung aus Lehm und Sand ist leicht abbaubar und trotzdem standfest. Lagerplatz war geschaffen, Waren  konnten gestapelt und Geschäfte gemacht werden. Im Dezember 1631 Gustav II. Adolf von Schweden mit seinem Heer den Rhein überquerte und eroberte die Stadt ,1688 kamen französische Truppen die die Stadt drei Jahre später zerstörten. So ging es weiter in der wechselhaften Geschichte von Oppenheim. Truppen kamen und gingen, richteten mehr oder weniger Zerstörung an, machten mal mehr oder weniger Geschäfte. Nach dem zweiten Weltkrieg hatten die Oppenheimer ihr Kellerlabyrinth fast völlig vergessen hatten und die oberen Keller mit Müll und Schutt verfüllten. Aus den Augen aus dem Sinn, weit gefehlt. Denn die fehlende Belüftung und das Eindringen von  Wasser taten ihr unheimvolles Werk von führten zu plötzlichen Einbrüchen. Als 1986 ein Streifenwagen in der Pilgerbergsgasse fast völlig im Untergrund verschwand und um die Standsicherheit der Häuser und Straßen gefürchtet wurde begann man mit der Sanierung. Ziemlich mühsam übrigens, mit Spitzkacke und Spaten. Jetzt gut belüftet stabilisiert sich das System von selbst, an kritischen Stellen wurde mit Spritzbeton nachgeholfen. Es entstanden auch Räumlichkeiten die man für urige Feiern anmieten kann. Gute Idee, der Odenwaldklub feiert nämlich gern und überall wo wir hinkommen wird gerade gefeiert. Diesmal war es der Katharinenmarkt mit dem wir überrascht wurden.