zurück zur Seite Bilder Odenwaldklub Rüsselsheim erklimmt den Gipfel Am Sonntag, den 23.04.2017 trafen sich die Wanderfreundinnen und Wanderfreunde aus Rüsselsheim am Rathausplatz in Mörfelden, um die Geschichte der Stadt Mörfelden kennenzulernen. Nach der Anreise mit dem öffentlichen Bus ging es gleich ins Mörfelder Heimatmuseum, wo die Stadthistorikerin Cornelia Rühlig eine Sonderführung für den OWK bereithielt. Bei Ausgrabungen wurden zwar Gegenstände aus der Bronzezeit um 3000 vor Christus gefunden, aber von einer Siedlung konnte da noch keine Rede sein. Um das Jahr 800 gibt es dann die ersten Hinweise auf eine nennenswerte Besiedelung. Im Obergeschoss des sehr schön eingerichteten Heimatmuseums konnten die Teilnehmer dann einen Stadtplan XXXL bestaunen, der auf dem frühesten erhaltenen Stadtplan Mörfeldens beruht, aber ins riesenhafte vergrößert. Frau Rühlig hat daraus speziell auch für Kinder, ein Brettspiel entwickelt, mal ein etwas anderer Stadtplan. Nach einigen Beschreibungen des mittelalterlichen Lebens in der Stadt, ging es weiter mit der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung im frühen 20. Jahrhundert. Mörfelden war eine „links“ geprägte Gemeinde, bei Wahlen während der Weimarer Republik waren 90% KPD und SPD keine Seltenheit, weshalb die Stadt auch „Klein-Moskau“ genannt wurde. Nach der Besichtigung des Museumsgartens mit dem alten Schulhäuschen, erfuhr man noch kurz etwas über die Waldenser-Geschichte, danach bedankten wir uns herzlich und dann ging es bei bestem Wanderwetter los auf eine rund 9 km lange Wandertour durch und um Mörfelden herum. Höhepunkt war der Aufstieg auf den Oberwaldberg, der mit 144m ü.NN die höchste Erhebung im Landkreis Groß Gerau ist. Oben genossen wir einen tollen Rundumblick, Taunus, Spessart, Odenwald, Frankfurt…alles lag zum Greifen nah. Bei einer kurzen Zwischenrast mit Rucksackverpflegung erfuhren die Gipfelstürmer einige Fakten über die Entstehung des Berges, der mal ein Loch war. Nachdem der Kies abgebaut war, gab es hier ab 1957 eine Müllkippe. Der Landkreis schloss sich der Müllentsorgung ab 1972 an, und in den folgenden Jahren entstand ein Müllberg, der schließlich aus 4 Millionen Kubikmetern Rest, Sperr- und Baumüll besteht. Seit 2012 wurde nach umfangreichen Renaturierungsmassnahmen ein Teil des Berges für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, in wenigen Jahren ist die vollständige Freigabe des Geländes zum Zwecke der Naherholung geplant. Nach dem Abstieg und einer Runde um die Anglerseen ging es vorbei am Naturfreundehaus, welches am 20. August unser Ziel sein wird, und durch die Sandtrockenwiesen zurück nach Mörfelden, wo die Heimreise dann angetreten wurde. In allen Gesichtern konnte man lesen: „Das war wieder ein schöner Wandertag mit dem OWK“.