zurück zur Seite Bilder OWK Rüsselsheim erkundet das Forstrevier… Am 22.10.2017 trafen sich am Morgen 12 Mitglieder und Gäste an der Autobahnmeisterei Haßloch, um gemeinsam einen tiefen Blick in den Wald zu werfen. Da man aber als Laie meist den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, hatte der Wanderwart Karl-Heinz Friedrich schon vorher eine fachliche Hilfe organisiert. So ging man denn nach Querung der Bundesstraße direkt zum nahe gelegenen Forsthaus, wo der Revierförster Norbert Thomas bereits auf die gespannte Wandergruppe wartete. Hier erfuhren die Teilnehmer zunächst einiges zum Förster persönlich, und natürlich auch einiges zu seinem Aufgabenbereich. Das Forstrevier Haßloch ist eines von 7 Förstereien im Kreis Groß-Gerau, und umfasst eine Fläche von rund 2.400 Hektar Waldgebiet. Ursprünglich gab es in Hessen einmal rund 660 Förstereien, nach einer Neuorganisation im Jahre 2005 sind es nun noch 440. Was macht der Förster denn eigentlich, wenn er keine Wandergruppe durch den Wald führt? Er kümmert sich natürlich um die Holzwirtschaft. Ein weiteres Gebiet ist der Waldschutz, z.B. Gatter um Neuanpflanzungen errichten. Die Hege und Pflege des Wildtierbestandes ist ebenfalls ein Thema, um welches sich der Förster mit seinen 4 Angestellten kümmern muss. Dabei ist auch die Jagd ein fester Bestandteil. Neu hinzugekommen ist die Durchführung von sogenannten „Kompensationsmaßnahmen“ für den Flughafenausbau. Durch den Wegfall einer großen Waldfläche nach dem Bau der neuen Landebahnen soll durch diverse Maßnahmen hier ein Ausgleich geschaffen werden. Dazu zählen u.a. der „Umbau“ von Nadel- auf einheimische Laubbäume und die Verbringung von alten Baumwurzeln vom gerodeten Gelände in den Altbestand. Auch sonstige Naturschutzmaßnahmen wie die Errichtung von Hirschkäfer-Meilern, in denen sich diese geschützten Insekten vermehren können, gehören dazu. Während der Führung durch den Wald wurde vom Förster auch erklärt, was es mit den oft zu sehenden Farbmarkierungen auf den Bäumen auf sich hat. Diese erklären dem fachkundigen Wanderer, welche Bäume demnächst entfernt werden, welche stehen bleiben müssen, und welche als Basis für den jährlichen Waldzustandsbericht herangezogen werden. Nach rund 5 km wurde dann die Klubhütte erreicht, wo sich alle mit Speis und Trank stärken konnten, ehe es am Nachmittag wieder zurück zum Ausgangspunkt ging. Auch der einsetzende Regen konnte der guten Stimmung keinen Abbruch tun, und alle waren sich wieder einig: Ein schöner Wandertag mit dem OWK-Rüsselsheim.