Odenwaldklub genießt internationales Flair in Bad Orb

Kaum aus dem Bus ausgestiegen ewartete die Teilnehmer der jüngsten Wanderfahrt des Rüsselsheimer Odenwaldklubs bei ihrem Besuch in Bad Orb eine Überraschung, die Jugend Europas hatte sich unter dem Motto „Musik kennt keine Grenzen“ zu einem Internationalen Blasmusikfest versammelt. Und so wurden sie bei ihrem Bummel durch die Altstadt mit den kleinen Gassen, liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern, darunter das „Kleinste Haus“, das an der schmalsten Stelle nur 1,58 m breit ist, und zahlreichen Plätzen auf Schritt und Tritt von Musik begleitet.

Während ein kleine Gruppe dem Trubel entfloh und zu einer Wanderung durch das romantische Haseltal aufbrach, zog es andere zu dem über hundert Jahre alten Kurpark mit seiner märchenhaften englischen Landschaftsarchitektur und dem 1806 erbauten, 155 Meter langen, Salinen-Gradierwerk. Dort hatte der Obersudmeister anläßlich des „Tages des offenen Denkmals“ ein Feuer unter seiner großen Pfanne entzündet und erklärte den langen Weg der Salzgewinnung. Bis zu zehnmal rieselte die Sole über Reisigwände aus Schwarzdorn und wurde mit Hilfe von Wind und Sonne durch natürliche Verdunstung eingedickt (gradiert) und von unerwünschten Bestandteilen gereinigt bevor es in die Sudpfanne kam. Früher Lebensgrundlage der Orber Bevölkerung ist das Gradierwerk heute ein Freiluftinhalatorium und die zur Salzgewinnung dienenden Quellen werden seit 1837 zu Heilzwecken genutzt. Beim Wandeln durch das gesunde Kleinklima, ähnlich dem an einem Meeresstrand, konnte man den Opernklängen der Associatione Musicale „Vincenzo Bellini“ aus Italien lauschen. Nach einem Abstecher zum Wildpark kamen die Wanderer gerade rechtzeitig zum Höhepunkt zurück ins Zentrum, dem großen Zusammenspiel aller Orchester zur Europa-Hymne auf dem Salinenplatz und dem anschließenden, farbenfrohen Festzug.

Ursula Schmidt

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