Odenwaldklub erkundet Horlachgraben

Schon der Treffpunkt „An der Wied“ in „Haselach“ deutete auf Wasser hin, denn es wird vermutet, dass sich hier eine teichartige Anlage befand in der Löschwasser gespeichert wurde und die auch als Tränke diente. Von dort begaben sich die Teilnehmer der jüngsten Wanderung des Rüsselsheimer Odenwaldklubs Richtung Horlache.

Von dem dichten Haselbestand, dem Haßloch seinen Namen verdankt, ist ebensowenig übrig geblieben wie von den zahlreichen Main- und Neckar-Altarmen die die Landschaft durchzogen. Denn Ackerland und Wiesen waren knapp und so begannen die in Haßloch ansässigen Mönche im 13. Jahrhundert mit ersten Ent-wässerungsmaßnahmen, einem Flutgraben der von Raunheim kommend bis zum Rhein führte, der allerdings im Laufe der Jahrhunderte verlandete. In den 1950ziger wurde er auf Anregung des damaligen Gründezernenten Alois Marx ausgebaggert, erhielt den Namen Horlachgraben und hat sich zu einem wertvollen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere entwickelte. Von den 17 hier lebenden Fischarten stehen acht auf der Roten Liste. Auf dem Spaziergang konnten nicht nur viele Wasservögel mit ihrem Nachwuchs und ein Reiher auf seinem Beutezug beobachtet werden, man kam auch an einer historischen Stätte vorbei. Wo einst die Gemarkungen Königstädten, Raunheim und Haßloch zusammentrafen befindet sich der „Dreimärkerstein“. Daneben steht das „Ambrosiuskreuz“ um das sich eine Sage vom einem jagdbegeisterten Klosterbruder Ambrosius rankt der hier seine Wildererseele ausgehaucht haben soll. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass sich in der Nähe ein Bildstock des Heiligen Ambrosius befand. Darauf deutet auch der Name „Stockstraße“ hin.

Leider mußte die geplante Führung durch Norbert Bauer aus Krankheitsgründen ausfallen, denn sonst hätten die Teilnehmer mehr über die Erfolge der Gewässerschutzgruppe bei der Renaturierung und biotopgerechte Uferbepflanzung des Horlachgrabens erfahren. So mußte sich die Gruppe mit meinen Rescherschen aus dem Internet zufrieden geben.

Ursula Schmidt

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