Rüsselsheimer Odenwaldklub in Worms

Auf einen Rundgang durch zwei Jahrtausende begaben sich die Mitglieder und Gäste des Odenwaldklubs bei ihrem Besuch der Nibelungenstadt Worms am Sonntag (23.). Von der Magnuskirche, vorbei an Siegfriedbrunnen und Marktplatz ging es zum Lutherdenkmal, 1868 vollendet nach einem Entwurf von Ernst Rietschel, dessen Figuren und Embleme die Reformationsgeschichte zeigen mit ihrem Mittelpunkt Martin Luther und der Reichstag zu Worms 1521. “Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen!” Mit diesen Worten verweigerte er die Widerrufung seiner Schriften und wurde darauf mit Reichsacht belegt.Von seinem Landesherren, Friedrich dem Weisen, heimlich auf die Wartburg gebracht übersetzte er das Neue Testament. Die Reformation konnte nicht aufgehalten werden und wurde schließlich 1527 vom Rat in Worms eingeführt.
Nächste Ziele waren die Judengasse und die romanische Synagoge, die nach ihrer Zerstörung 1938/41 bis 1961 wiederaufgebaut wurde, der Bürgerturm mit dem Nibelungen-museum, der um 1900 entstandene Brückenturm und das Hagenstandbild an der Rhein-uferpromenade, das zeigt, wie Hagen von Tronjeden Nibelungenhort im Rhein versenkt haben soll. Denn ob es die Helden und Bösewichter des um 1200 entstandenen Nibelungenliedes wirklich gegeben hat, da ist man sich bis heute nicht sicher.
Krönender Abschluss des Rundgangs war der Besuch des Kaiserdomes St. Peter mit dem barocken Balthasar-Neumann-Altar aus dem 18. Jahrhundert.
1945 wurde die Altstadt bei zwei Luftangriffen fast völlig zerstört. Heute sind bedeutenden Zeugnisse der Vergangenheit wiedererstanden. Was die ehemalige Freie Stadt Worms jedoch über andere Städte hinaushebt, ist ihre immer noch erfahrbare historische Größe, die den Teilnehmern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ursula Schmidt

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